Ostern auf Kalymnos - ein besonderes Erlebnis !
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Das griechisch-orthodoxe Osterfest richtet sich nach dem Julianischen Kalender und fällt nur alle paar Jahre mit unserem Osterfest zusammen.
In den Wochen vor Ostern wird die Insel herausgeputzt. Es wird geschrubbt, gestrichen und gepflanzt, was das Zeug hält. Man verbringt die heilige Woche mit Fasten, Andachten und der Erwartung der Auferstehung Jesu. Es finden viele Messen und Andachten in den Kirchen der Insel statt.
Am Karfreitag findet in jedem Dorf eine Osterprozession statt, während der die Kirchengemeinden mit ihrem Epitaph Ihren Pfarrbezirk abgehen. Besonders prächtig ist die Prozession in Pothia, wo die Gemeinden an einem Wettbewerb um den besten Chor, die besten Kostüme und den schönsten Epitaph teilnehmen. Es dauert einige Zeit bis alle Gemeinden an den Juroren vorbeigezogen sind, und die Pracht der Kostüme und des Blütenschmucks ist umwerfend. Unzählige Menschen säumen die Hafenpromenade, man könnte meinen, die ganze Insel versammelt sich hier. Begleitet wird die Veranstaltung natürlich von den unvermeidbaren Silvesterknallern und Dynamit Explosionen.
Am Ostersamstag gibt es viel zu tun. Als Erstes wird morgens ein junge Ziege (Zicklein) geschlachtet . Während nachmittags die Männer den riesigen Ofen mit Holz und Reisig für das traditionelle Ostergericht aufheizen, sammeln die Jungen trockenes Holz dafür. Die Frauen bereiten währenddessen das traditionelle kalymnische Ostergericht, Mououri, zu. Es ist ein köstliches Gericht aus dem Zicklein, Reis mit Rosinen, Zimt und ganz vielen anderen Zutaten, die in einen großen Tontopf geschichtet werden und dann über Nacht in den aufgeheizten Ofen kommen. Nachdem die Töpfe im Ofen sind, wird dieser mit Lehm und Steinen verschlossen. Dadurch geht das Feuer aus und das Fleisch gart ganz langsam im Ofen, der die Hitze über viele, viele Stunden hält. Das Gericht erhält dadurch ein wunderbares Aroma und das Fleisch ist unglaublich zart.
Früher hatte jedes Haus so einen Ofen im Garten. Da das heute nicht mehr so ist, treffen sich viele Familien und Freunde bei jemanden, der so einen Ofen hat . Alle Töpfe werden gemeinsam in den Ofen gestellt. Natürlich bringt jeder etwas zu Essen und zu Trinken mit und so entwickelt sich nach und nach eine kleine Feier mit der das Ende der Fastenzeit eingeläutet wird.
In der Nacht zum Ostersonntag trifft sich die Gemeinde zur Auferstehungs-Zeremonie in und an der Kirche. Der Gottesdienst beginnt gegen 23 Uhr und die Bewohner des ganze Tales sind auf den Beinen und lauscht andächtig der Liturgie. Kurz nach Mitternacht erschallt dann das befreiende "Christos anesti - Christus ist auferstanden". Das ist der Moment, in dem die Stimmung umschlägt. Die Stimmung ist fröhlich und Sylvesterböller (die die nordeuropäischen in ihrer Lautstärke bei weitem übertreffen) strapazieren die Ohren und erzeugen eher den Eindruck einer fröhlichen Party als einer Osterfeier. Alle wünschen sich frohe Ostern und es werden kleine Speisen unter den Kirchgängern verteilt. Anschliessend wird oft bis in die Morgenstunden gefeiert.
Ostersonntag und Ostermontag gehören dann der Familie und den Freunden. Ostersonntag werden zunächst die Öfen geöffnet und die Töpfe herausgeholt. Dann wird natürlich jeder Topf einmal probiert. Nach und nach treffen die Besitzer der anderen Töpfe ein und holen sich ihr Ostermahl ab. Nicht natürlich, ohne ebenfalls zu testen, wie die anderen Töpfe geworden sind.
Währendessen kommen auch immer mehr Freunde und Familienmitglieder zur Feier. Jeder bringt etwas zu Essen mit und es werden rote Ostereier überreicht. Jeder nimmt sich ein Ei und jeweils zwei Personen schlagen ihre Eier aneinander. Derjenige, dessen Ei heil bleibt, hat das ganze nächste Jahr über Glück. Die Fastenzeit ist nun vorbei und dem entsprechend groß ist der Appetit. Den Rest des Tages wird gefeiert, getanzt und gegessen, gegessen, gegessen...
Ostermontag kommt man dann zur Ruhe und verbringt den Tag im engsten Familienkreis.